Programm en detail
Samstag, den 21.8.
Die ganze Woche über wird bei uns eine Foto-Reihe ausgestellt:
Garzweiler II: Ein Requiem – Der Exodus der Braunkohledörfer (Andreas Jurgenowski und Marion Überschaer)
Seit zweihundert Jahren wird in der Ebene, die sich zwischen Köln und Aachen erstreckt, Braunkohle abgebaut. Ihr Abbau war lange Zeit nur ein zweitrangiges wirtschaftliches Standbein neben den traditionellen Erwerbszweigen Landwirtschaft, Handwerk und Kleinindustrie.
Seit sechzig Jahren wandelt sich dieses Bild. Neue Großtechnologien machten es möglich, den Abbau in immer größeren Ausmaßen zu betreiben. Diese Technik kann aber nur kostendeckend arbeiten, wenn ganze Landstriche gleichzeitig „ausgekohlt“ werden. Dafür mussten im Tagebau Frechen in den 40er und 50er Jahren die ersten Dörfer in ihrer Gesamtheit weichen und wurden nebst Wiesen, Bächen, Gutshöfen und Klöstern abgebaggert. Im Zeichen von Wirtschaftswunder und explodierendem Energiebedarf wurden diese Braunkohledörfer so radikal ausgelöscht wie es bis dahin kaum vorstellbar war: Sie verschwanden nicht nur vom Erdboden, der ganze Erdboden verschwand mit ihnen. Es bleiben Löcher von bis zu 250 Meter Tiefe und kilometerweiter Ausdehnung. Dieses gigantische Umpflügen, Abtragen und Umschichten der Kulturlandschaft schreitet auch heute weiter voran, und im Jahr 2030 werden ca. 50 Dörfer und Weiler von der Erdoberfläche verschwunden sein.
Seit vier Jahren begleiten Marion Überschaer und Andreas Jurgenowski fotografisch das Ende der Dörfer.
ab 20.30 Uhr: Willkommens-Party
Open Fire
Open Fire ist eine vierköpfige Band aus Aachen, die euch beim Klimacamp mit einer bunten Mischung aus Rock, Rock’n'Roll, Folk, Country, Psychedelic und Latinoelementen einheizen werden. Nähere Infos findet ihr unter www.myspace.com/erifnepo
Sonntag, den 22.8.
Sonntag – Block II – 11.30 Uhr
Portrait Garzweiler II (Dirk Jansen, BUND NRW)
Dirk Jansen vom BUND NRW stellt uns den Braunkohletagebau Garzweiler II vor.
Ein Braunkohletagebau stellt den denkbar größten Eingriff in Natur,
Landschaft und soziale Strukturen dar. Seit 30 Jahren kämpft der BUND daher
für den Stopp der Tagebaue und für eine zukunftsfähige Energieversorgung.
Der Vortrag beleuchtet den ökologischen Super-GAU Garzweiler II und den
Widerstand gegen dieses Jahrhundertprojekt.
Block III – 15.oo Uhr
“What do you want? Climate Justice!!!” (Max Ramezani, BUNDjugend)
Der Schlachtruf, der auf keiner Klimademo merhr fehlt, ist seit dem Weltklimagipfel in Kopenhagen: “What do you want? Climate Justice! When do you want it? Now!!!”
Erstaunlicherweise benutzen selbst die für den Verhandlungsstillstand verantwortlichen Politiker den Begriff Klimagerechtigkeit für sich – das erinnert stark an die Vereinnahmung des Nachhaltigkeitsbegriffs bspw. seitens Firmen, die ganz offensichtlich nicht nachhaltig arbeiten…
Was bedeutet es nun, klimagerecht zu handeln? Gelingt es uns, ein gemeinsames Verständnis dessen zu erlangen? Wo liegt der Unterschied zur Forderung nach Klimaschutz, gibt es überhaupt einen? Welche Möglichkeiten gibt es für Jugendliche, sich lokal oder global für das Klima stark zu machen?
(auf Englisch)
Wenn Bagger Heimat fressen – im Gespräch mit Betroffenen
Der Tagebau Garzweiler II schadet nicht nur Natur und Klima, er nimmt auch 7.600 Menschen für immer die Heimat. Viele führten jahrelange Widerstandskämpfe gegen die Planungen von RWE, bevor das niederschmetternde Urteil zur Umsiedlung über sie verhängt wurde. Es folgen weitere Jahre zermürbendes Warten, die in zähe Verhandlungen um den nie angemessenen Kaufpreis für das eigene zu Hause münden. Heimat lässt sich nicht umsiedeln und so bröckeln jahrhundertealte Dorfgemeinschaften einfach auseinander.
Welche Auswirkungen der Braunkohleabbau für die Betroffenen hat, ist für Außenstehende nicht vorstellbar. Im Gespräch mit einer früheren Widerständlerin und einem ehemaligen Borschemicher können wir zumindest die Spitze des emotionalen Eisbergs erahnen. Sie nehmen sich Zeit für unsere Fragen und teilen uns ihre Erlebnisse mit. Ein Spaziergang in’s Dorf vermittelt uns ein vages Gefühl für dessen jüngste Entwicklungen.
Pimp my Demo (Helge Bauer, Aktionsbündnis gerechter Welthandel)
Gelangweilt von der üblichen Latschdemo? Zum x-ten Mal den symbolischen Sarg zu Grabe getragen? Das geht doch auch kreativer! Gerne auch an einem Thema orientiert überlegen wir zusammen wie Demos spaßiger für die Teilnehmer und ansprechender für die Öffentlichkeitswirkung gestaltet werden können.
Sonntag – Block IV – 17.00 Uhr
Aktionsformen der Klimabewegung (Marc Amann, go.stop.act!)
Energiesparen, Demonstrationen, ÖPNV umsonst, Bauplatzbesetzung, Klimacamp, Kohleblockade, Klimatheater, Flughafen-Flash Mob… welche Aktions- und Protestformen gibt’s denn eigentlich, um für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit zu sorgen? Wir tragen zusammen, was uns einfällt und erzählen uns Aktionsgeschichten.
Montag, den 23.8.
Montag – Block I – 9.30 Uhr
Countdown 2021 – Argumente und Aktionen für den Atomausstieg (Tobias Thiele, Naturfreundejugend)
Mit der Lüge von der Stromlücke versuchen die Kraftwerksbetreiber Laufzeitverlängerungen für ihre Atommeiler rauszuschlagen. Die schwarz-gelbe-Bundesregierung hat ihre Argumentation aufgegriffen und suggeriert nun, wir bräuchten längere Laufzeiten der AKWs als Brücke zu den Erneuerbaren. Im Workshop wollen wir die Lügen der Atomfreunde entlarven und uns Aktionen ausdenken, mit denen wir auch andere über deren wahre Absichten aufklären können.
(1 von 2 Blöcken)
Einsteigerwokshop Energiegewinnung (Mona Bricke, Anti-Kohle-Kampagne der Klimaallianz)
…
(auf Englisch)
Kreativer Straßenprotest (Judith Boßmann, Eine Welt Netz NRW)
Grundlagen und Geschichte des kreativen Straßenprotests, Zukunftswerkstatt, gemeinsame Erarbeitung und Durchführung einer öffentlichen Aktion. Dieser Workshop findet in Kooperation mit der Klimakampagne “Heiße Zeiten-Nimm das Klima in die Hand!” des Eine Welt Netz NRW statt.
(1 von 4 Blöcken)
Montag – Block II – 11.30 Uhr
Der neueste Stand der Klimaforschung (Jacob Schewe, PIK Potsdam)
Jacob Schewe gibt einen Überblick über den neueste Stand der Klimaforschung: Ursachen, Folgen und Risiken des Kimawandels sowie die physikalischen Grundlagen für ein gerechtes Klimaabkommen. Die TeilnehmerInnen können sich individuell informieren, dem Referent Fragen stellen und miteinander diskutieren.
(auf Englisch)
Countdown 2021 – Argumente und Aktionen für den Atomausstieg (Tobias Thiele, Naturfreundejugend)
(2 von 2 Blöcken)
Kreativer Straßenprotest (Judith Boßmann, Eine Welt Netz NRW; “Heiße Zeiten”)
(2 von 4 Blöcken)
Montag – Block III – 15.00 Uhr
Mit welchem neuen globalen Ansatz zur Lösung der Klimakrise? (Peter Vogelsanger, Schweizer Klimaaktivist)
Verschiedentlich wurden aus der Zivilgesellschaft oder Wissenschaft Ansätze zur Lösung der Klimakrise vorgeschlagen, die internationalisierbar oder globalisierbar sind und (in verschiedenem Ausmaß, in verschiedener Weise) die Anforderung der Gerechtigkeit berücksichtigen. Besonders in der akuten und sich wohl weiter zuspitzenden Krise des UNFCCC-Prozesses, dürften solche alternativen Vorschläge an Wichtigkeit gewinnen. Welche sind einige dieser Vorschläge, und warum sind sie für uns Klimaaktivisten wichtig? Im Rahmen des Workshops werden verschiedene Vorschläge erläutert und einander gegenüber und zur Diskussion gestellt.
(auf Englisch)
Die Klimarahmenkonventionen der Vereinten Nationen – eine Verhandlungstragödie? (Florian Mersmann, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie)
…
(auf Englisch)
Out of Fashion (Uwe Schürmann, attac)
Warum ist in einem T-Shirt aus reiner Baumwolle nur 70 Prozent Baumwolle? Warum reist eine Jeans 50.000 Kilometer weit? Warum tragen Altkleidersammlungen zur Armut in Afrika bei? Und was hat das Ganze mit Globalisierung zu tun? Diesen und anderen Fragen wird im Workshop „Out of Fashion“ nachgegangen. Es werden Alternativen und kreative Formen des Protests aufgezeigt und die Grenzen derlei Konsumkritik diskutiert. Mittels kurzen Inputreferaten und ausreichenden Informationsmaterialien werden die TeilnehmerInnen in die Lage versetzt selbst Position zu beziehen und Perspektiven für eine ganz andere „Mode“ zu entwerfen.
(1 von 2 Blöcken)
Stelzenbau (Lars Hoff, Aktionsbündnis Gerechter Welthandel)
Mit ein paar einfachen Materialien werden wir unsere eigenen Stelzen bauen. Bitte ein altes paar Schuhe mitbringen (werden verbaut).
(geht über 2 Blöcke und gegebenenfalls in die “Open Space”, bei Bedarf auf Englisch)
Montag – Block IV – 17.00 Uhr
Pimp my Infostand (Helge Bauer, Aktionsbündnis gerechter Welthandel)
Ein Tapeziertisch übervoll mit Flyern und Infomaterial und die obligatorische Unterschriftenliste, so sehen oft Infostände in der Fußgängerzone aus. Wie kann ich in der Gestaltung eines Infostandes Situationen schaffen, die Außenstehende dazu einladen stehen zu bleiben?
Kohleausstieg selber machen! – keine neuen Kohlekraftwerke in Deutschland (Mona Bricke, Anti-Kohle-Kampagne der Klimaallianz)
In Deutschland sind momentan 10 Kohlekraftwerke in Bau und 12 weitere in Planung, so viele wie sonst nirgendwo in Europa. 14 weitere geplante Klimakiller konnten in den letzten Jahren verhindert werden. Im Workshop erfahrt ihr, wie und wo der Widerstand gegen geplante Kohlekraftwerke momentan aussieht, welche Aktionen geplant sind und wie ihr euch einbringen könnt. Es soll auch darum gehen, eure eigenen Aktionsideen vorzustellen und zu diskutieren und die Proteste miteinander zu vernetzen.
(auf Englisch)
Out of Fashion (Uwe Schürmann, attac)
(2 von 2 Blöcken)
Stelzenbau (Lars Hoff, Aktionsbündnis Gerechter Welthandel)
(Fortsetzung aus Block III)
Dienstag, 24.8.
Dienstag – Block I – 9.30 Uhr
Planspiel: Weltklimakonferenz “Cooling Down!” (Dirk Ulrich, Institut für kreative Technologien und humane Entwicklung)
Die Fakten über den Klimawandel sind bekannt, daran ist „Kopenhagen“ nicht gescheitert. Auch im November in Cancun, dem Ort des nächsten Versuches zu einem weltweit verbindlichen neuen Klimaabkommen zu kommen, wird es wieder erkennbar werden – es fehlt die Erfahrung, in globalen Zukunftsfragen zu einem Konsens zu kommen. „Cooling down!“ ist eine seriöse Simulation einer „Weltklimakonferenz“ die auch gespielt werden kann. Hier kann jeder lernen, was es heißt, Zukunftsverantwortung in der Gegenwart wahrzunehmen. Unterhaltsam, spannend und lehrreich.
(auf Englisch, 1 von 2 Blöcken)
Über Bio-Food und Treibhausgase im Essen (Nicole Janz, BUNDjugend Berlin)
Bei diesem Workshop erfahrt ihr, welche Auswirkungen es auf die Welt hat, wenn ihr einen Burger esst. Oder warum ihr nicht unbedingt zum Apfel aus Argentinien greifen solltet, auch wenn der bio ist – eben alles, was ihr zu klima(un)freundlicher Ernährung wissen wollt.
(auf Englisch)
Kreativer Straßenprotest (Judith Boßmann, Eine Welt Netz NRW)
(3 von 4 Blöcken)
Gewaltfreies Aktions- und Blockadetraining (Marc Amann, go.stop.act!)
Wenn andere Protestformen gescheitert sind, bleibt oft der Zivile Ungehorsam, um gegen Kohle- und Atomkraftwerke und andere Klimakiller vorzugehen. Im gewaltfreien Aktionstraining werden die Grundlagen von solchen Aktionen, wie z.B. Sitzblockaden, besprochen und in Rollenspielen ausprobiert.
(1 von 2 Blöcke, auf Englisch)
Dienstag – Block II – 11.30 Uhr
Rohstoffe und Menschenrechte (Dorothee Häußermann und Sebastian Rötters, FIAN)
Deutschland setzt nach wie vor auf heimische Braun- und importierte Steinkohle und ignoriert dabei die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen entlang der Produktionskette. Die eingesetzte Steinkohle stammt mittlerweile vor allem aus Russland, Kolumbien, Australien und Südafrika. Die Folgen für Mensch und Natur sind in vielen Abbaugebieten verheerend, wie am Beispiel Kolumbien gezeigt werden soll. Der massive Einfluss der Kohleverbrennung auf das Klima zerstört die Lebensgrundlagen vieler Menschen weltweit in ökologisch sensiblen Regionen. Der Klimawandel gefährdet schon jetzt die Nahrungsmittel- und Wasserversorgung vieler Millionen Menschen. Der Workshop beleuchtet die menschenrechtlichen Auswirkungen des ungebremsten Kohleverbrauchs.
Kreativer Straßenprotest (Judith Boßmann, Eine Welt Netz NRW; “Heiße Zeiten”)
(4 von 4 Blöcken)
Planspiel: Weltklimakonferenz “Cooling Down!” (Dirk Ulrich, Institut für kreative Technologien und humane Entwicklung)
(2 von 2 Blöcken)
Gewaltfreies Aktions- und Blockadetraining (Marc Amann, go.stop.act!)
(2 von 2 Blöcken)
Dienstag – Block III – 15.00 Uhr
Freikaufen gilt nicht! Der CDM und die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls (Manuel Graf, BUND)
Im Rahmen des Kyoto-Protokolls wurde den Industriestaaten eine gewisse Flexibilität ber der Emissionsreduktion gewährt. Teile davon dürfen auch in anderen Staaten stattfinden und zugekauft werden. Gerade der projektbasierte Zertifikatehandel zwischen Industrie- und Entwicklungsländern (CDM) hat sich zu einem riesigen Markt entwickelt. Der Vortrag stellt die verschiedenen Mechanismen vor, zeigt die fundamentalen Probleme und unerfüllten Versprechungen auf und setzt die Debatte in den Kontext der Klimagerechtigkeit.
Fahrradexkursion zu einem rekultivierten Tagebaugebiet (Dorothea Schubert, BUND NRW)
Ein Tagebau „wandert“ durch die Landschaft. Was vorne „gefressen“ wird, wird dahinter zur „rekultivierten“ Fläche. Wir wollen uns bei einer gemütlichen Fahrradtour entlang der nördlichen Abbaukante das „Davor und Danach“ ansehen – und vergleichen.
(1 von 2 Blöcken)
Im Kampf um’s Klima – Umweltschutz und Politik (Dirk Jansen, BUND NRW)
Alle PolitikerInnen reden vom Klimaschutz, nur keiner handelt konsequent.
Während sich die Globaltemperaturen weiter erhöhen, boomt der Bau von
Klimakiller-Kraftwerken. Umso wichtiger ist der außerparlamentarische
Widerstand. Der Vortrag erläutert die klimaschutzpolitischen Notwendigkeiten
und stellt die Handlungsfelder eines Umweltverbandes vor.
Dienstag – Block IV – 17.00 Uhr
“Saubere Kohle” als Brücke zu den Erneuerbaren Energien? (Peter Viebahn, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie)
Wie sinnvoll ist die Abscheidung von Kohlendioxid (CO2) aus Kraftwerken und die nachfolgende unterirdische Lagerung?
Was steckt hinter Konzepten wie Clean Coal oder CCS, der Abtrennung von CO2 aus fossilen Kraftwerken und anschließender unterirdischer Einlagerung? Sind sie, wie von Politik, Industrie, aber auch von NGOs behauptet, als “Brückentechnologie” nötig, bis die Erneuerbaren Energien so weit sind? Oder behindern sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien? Nach einem einführenden Vortrag sollen diese Fragen mit den Teilnehmern diskutiert werden.
(http://www.wupperinst.org/info/entwd/index.html?beitrag_id=1419&bid=6)
Fahrradexkursion zu einem rekultivierten Tagebaugebiet (Dorothea Schubert, BUND NRW)
(2 von 2 Blöcken)
Mittwoch, 25.8.
Fahrraddemonstration um’s Loch
ab 20.30 Uhr: Bergfest!
Society of Suicide
Society of Suicide ist eine fünfköpfige Punkrock-Kapelle aus Jülich. Seit Ende 2006 rocken die Jugendlichen, haben 2009 ihre erste EP „Louder to see“ veröffentlicht und bereits zahlreiche Konzerte (darunter eine Support Show für die kanadischen Billy Talent in der Westfalenhalle Dortmund) gespielt.
Donnerstag, 26.8.
Donnerstag – Block I – 9.30 Uhr
CCS - Das Aus für die Kohlekraft (Simon Straub, gegenstrom Berlin)
CCS bedeutet Carbon Capture and Storage und meint das Speichern von klimaschädlichem CO2 in unterirdische Lagerstätten. Dadurch sollen zum Beispiel die 29 in Deutschland geplanten Kohlekraftwerke klimaneutral werden. Kohle – eine saubere Energie durch CCS? Oder droht ein zweites Gorleben? Der Workshop gibt einen Überblick warum das nicht so ist, wo und warum gerade dennoch an CCS gearbeitet wird und warum Kohlekraft in Deutschland mit der Speicherung steht oder fällt.
Strom kommt aus der Steckdose (Florian Pithan, Greenpeace Aachen)
Wieviel elektrische Energie brauchen wir, und wie können wir sie erneuerbar bereitstellen?
(1 von 2 Blöcken, auf Englisch)
“Klima futsch!” – Erdöl Planspiel (Dave Tijok, Erfinderclub THINKenergy)
Wollt ihr die Zusammenhänge von Erdöl, Hungersnöten, Weltwirtschaftskrisen und Umweltkatastrophen mal „live“ entdecken? Die Teilnehmer des Planspiels versetzen sich in Entwicklungs- oder Industrieländer hinein und spielen aus dieser Position die Weltwirtschaft nach – nachvollziehbar und erfahrbar mit all ihren Schattenseiten. Für diesen Workshop braucht ihr keinerlei Vorwissen sondern lediglich Neugier und Interesse. Und ihr könnt Dave immer ganz viele Fragen stellen – das stört ihn nicht.
Theater gegen Klimawandel (Catherine Schumann, Eine Welt Netz NRW)
Entwicklung einer Performance mit dokumentarischem Charakter. Ziel soll es sein, dem Phänomen Braunkohleabbau, seinen klimapolitischen Folgen sowie seinen entwicklungspolitischen Perspektiven auf den Grund zu gehen und dabei insbesondere den Standort Garzweiler zu berücksichtigen. Phantasie und Spielfreude der Zielgruppe soll angeregt werden und gemeinsam wird erarbeitet, welche Form sich eignet, ein politisches Thema theatral umzusetzen. Jeder unserer „Kreativ-Workshops“ verknüpft inhaltliche-thematische Aspekte mit kreativen Methoden. Durchgeführt wird der Workshop von Catherine Schumann, Regieassistentin des Schauspielhaus Köln, sowie einem Bildungsreferent des Eine Welt Netz NRW e.V. Dieser Workshop findet in Kooperation mit der Klimakampagne “Heiße Zeiten-Nimm das Klima in die Hand!” des Eine Welt Netz NRW statt.
(1 von 4 Blöcken)
Donnerstag – Block II – 11.30 Uhr
Ziel 50/50 bei Mobilität 2050 (Manfred Treber,Germanwatch)
Elemente zukunftsfähigen Verkehrs mit einer Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs werden vorgestellt
Erlebnis Baumklettern (Andreas Piepenburg, Ausbilder Seilklettertechnik)
Mit Seilen in die obersten Wipfel klettern und die
Baumkrone aus einer neuen Perspektive erleben. Unter Anleitung des Kursleiters werden erlebnisreiche Schritte zum gesicherten Klettern im Baum unternommen, in denen Höhe neu erfahren wird und ein anderer Blickwinkel auf’s Camp gewonnen wird. Eine gute Konstitution ist Voraussetzung; Kletter- oder Höhenerfahrung nicht notwendig.
“Klima futsch!” – Erdöl Planspiel (Dave Tijok, Erfinderclub THINKenergy)
(2 von 2 Blöcken)
Strom kommt aus der Steckdose (Florian Pithan, Greenpeace Aachen)
(2 von 2 Blöcken)
Theater gegen Klimawandel (Catherine Schumann, Eine Welt Netz NRW)
(2 von 4 Blöcken)
Donnerstag – Block III – 15.00 Uhr
Klimawandel für EinsteigerInnen (Daniel Worrings, Eine Welt Netz NRW)
Angeleitete Diskussion zum Verständnis des Klimawandels anhand folgender Leitfragen: Was ist der Treibhauseffekt? Was sind seine Ursachen und was sind die Folgen für Mensch und Natur? Was bedeutet Klimagerechtigkeit? Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die weltweite Entwicklung? Je nach Alter mehr oder weniger spielerische Elemente, höhere/geringere Informationsdichte. Dieser Workshop findet in Kooperation mit der Klimakampagne “Heiße Zeiten-Nimm das Klima in die Hand!” des Eine Welt Netz NRW statt.
Wege zu einer ökologischen und sozial gerechten Landwirtschaft (Mathias von Mirbach, Kattendorfer Hof, und Dorothee Häußermann, FIAN)
Der Agrarsektor erzeugt nach verschiedenen Schätzungen zwischen 32 und 50 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Doch trotz des massiven Einsatzes fossiler Ressourcen hungern eine Milliarde Menschen. Sowohl energietechnisch als auch ernährungspolitisch gesehen handelt es sich also bei der industriellen Landwirtschaft ganz klar um ein Auslaufmodell. In dem Workshop werden zunächst Probleme und Lösungen auf einer globalen Ebene dargestellt. Dann soll am Beispiel des Kattendorfer Hofs erklärt werden, wie alternative Formen des Wirtschaftens funktionieren können. Ziel der Veranstaltung ist die Planung konkreter Schritte zum Aufbau einer „Freihofbewegung“ nach Vorbild der französischen AMAPs und der amerikanischen CSA (Community Supported Agriculture).
ActionSamba – Pink Recycling! (Martin Weller)
Samba bringt Leben in politische Aktionen. Als Instrumente dienen uns Wasserkanister, Konservendosen, und was wir sonst so in die Finger bekommen. Auf zum subversiven Karneval! Eine Einführung ins Sambatrommeln und das „Rythms of Resistance“ Nezzwerk, keine Vorkenntnisse nötig.
(1 von 4 Blöcken, bei Bedarf auf Englisch)
Donnerstag – Block IV – 17.00 Uhr
100% Neue Energien (Stephan Grüger, EUROSOLAR)
100 Mrd Euro jährlich für Arbeit und Wirtschaft – duch 100% Neue Energien!
(auf Englisch)
Erlebnis Baumklettern (Andreas Piepenburg, Ausbilder Seilklettertechnik)
Kurztripp mit Seilklettertechnik in den Baum
(Wiederholung des Workshops aus Block II)
ActionSamba – Pink Recycling! (Martin Weller)
(2 von 4 Blöcken)
Film zum Transition Town Konzept (Gerd Wessling, Training for Transition)
Freitag, 27.8.
Freitag – Block I – 9.30 Uhr
Transition Towns (Gerd Wessling,Training for Transition)
Gerd Wessling – Mitgründer von Transition Town Bielefeld & Transition Training in Deutschland – wird erst einen Vortrag zum Thema halten & danach einen kurzen Workshop leiten.
Ziele des Workshops:
* Ein klareres Verständnis für die aktuelle globale Lage sowie den Kontext aus dem heraus sich Transition Initiativen bilden entwickeln und die Möglichkeiten zur Transformation verstehen lernen, welche sich aus dem Klimawandel, dem Ölförder-Maximum (Peak Oil) sowie der Wirtschaftskrise ergeben.
* Verstehen wie genau das Transition Modell funktioniert – inklusive intensiver Beschäftigung mit den 12 Schritten und wie z.B. von der Inspiration und einer Gründungsgruppe hin zu vielen aktiven AGs zu kommen ist
* Überblick über aktuelles aus der Transition-Welt; international sowie im deutschsprachigen Raum
* Vorstellung hilfreicher Gruppen- und Veranstaltungs-Techniken
* Eine gemeinsame Übung zu Deep Ecology nach Joanna Macy
(auf Englisch)
Die Seilklettertechnik (Andreas Piepenburg, Ausbilder Seilklettertechnik)
Für diejenigen, welche am Donnerstag Lust auf mehr bekommen haben gibt es heute mehr Klettern und mehr Baum – so fern wir bei der Suche nach geeigneten Bäumen fündig werden. Ihr bekommt Profitechniken zur Hand, die es ermöglichen euch selbständig im Baum zu bewegen. An Seilen gesichert erreicht ihr die äußersten Bereiche der Kronenperipherie. Mittels der gezeigten Techniken habt Ihr die Möglichkeit, Euch alle Bereiche des Baumes sicher zu erschliessen. Ein bisschen Abenteuer- und Entdeckerromantik gibt’s neben dem intensiven Erleben der Bewegung im Baum dann auch noch ganz nebenbei.
Dieser Kurs gibt Euch jedoch keine Techniken für selbständige
Baumbesteigungen oder Baumbesetzungen zur Hand! Voraussetzungen sind der Besuch eines der beiden Workshops am Vortag sowie eine gute körperliche und psychische Konstitution. Maximal 5 Teilnehmende möglich.
(1 von 4 Blöcken)
Theater gegen Klimawandel (Catherine Schumann, Eine Welt Netz NRW)
(3 von 4 Blöcken)
Freitag – Block II – 11.30 Uhr
Klima.Macht.Flucht. – Die sozialen Folgen des Klimawandels sichtbar machen! (Ole Hilbrich)
Migration und Flucht sind zwei Antworten für Menschen, die durch den Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren. Doch überall stoßen sie auf Grenzen, nicht zuletzt in der „Festung Europa“. Der Workshop führt in die Debatte um Klimawandel, Migration und die dahinterstehenden Machtverhältnisse ein.
(auf Englisch)
Klimagerechtigkeit und Energiedemokratie in Nord und Süd (Alexis Pssadakis, attac)
Seit etwa 2007 entwickelt sich eine neue internationale Bewegung, die das Konzept “Klimagerechtigkeit” ins Feld führt. Ihr geht es nicht “nur” um Umweltschutz, sondern sie vertritt die Position, dass ökologische und soziale Konflikte gemeinsam zu lassen sind, dass Klimapolitik auch immer sozial gerecht sein muss und dass tatsächliche Gerechtigkeit sowieso nur sozial-ökologisch gestaltet werden kann. Eines dieser Netzerke ist Climate Justice Now! (www.climate-justice-now.org), indem sowohl Organisationen aus dem Norden als auch aus dem Süden vernetzt sind. Kernforderungen des Netzwerks sind, dass die fossilen Ressourcen im Boden bleiben müssen, ein Ende des Wachstumswahns, Energiedemokratie und dass der der Norden seine Klima-Schuld(en) an den Süden abzubezahlen hat. Schließlich ist er historisch für den größetn Teil der Treibhausemissionen in der Atmosphäre verantwortlich. Das allerdings bedeutet erhebliche entwicklungspolitische Anstrengungen! Nord-Süd-Gerechtigkeit ist ganz neu zu denken. Eine große Rolle spielt außerdem die Forderung nach Energiedemokratie – d.h. die Energiekonzerne zerlegen, in die öffentliche Hand bringen und demokratisch kontrollieren. Ob das auch in NRW geht?
Theater gegen Klimawandel (Catherine Schumann, Eine Welt Netz NRW)
(4 von 4 Blöcken)
Die Seilklettertechnik (Andreas Piepenburg, Ausbilder Seilklettertechnik)
(2 von 4 Blöcken)
Freitag – Block III - 15.00 Uhr
Es war einmal… ein Gletscher – Herausforderungen und Chancen des Klimawandels am Beispiel Bolivien (Katja Busch, Bildung trifft Entwicklung)
Den Anden schmelzen ihre Schneedecken davon, und was zunächst nur die südamerikanischen Skihasen durch den Verlust ihrer Spielwiese Chacaltaya aufrüttelte, wird mehr und mehr für alle Bolivianer im Ballungsraum La Paz existenziell, denen buchstäblich das Wasser abgegraben wird. Aber nicht nur die Höhen sind gezeichnet, auch die Menschen im tropischen Tiefland müssen sich an das wandelnde Klima anpassen. Und entdecken mit Hilfe der Regierung neue Wege, ihre Waldressourcen zu vermarkten…
(1 von 2 Blöcken)
Kostenloser ÖPNV (Michelle Wenderlich, Berlin fährt frei/gegenstromberlin)
In diesem Workshop wird über die Gründe für den kostenlosen ÖPNV wie über seine Umsetzung diskutiert; es wird über bereits bestehende Kampagnen berichtet und Ideen zu Zukünfitgen gesponnen.
(auf Englisch)
ActionSamba – Pink Recycling! (Martini Weller)
(3 von 4 Blöcken)
Die Seilklettertechnik (Andreas Piepenburg, Ausbilder Seilklettertechnik)
(3 von 4 Blöcken)
Freitag – Block IV - 17.oo Uhr
Film: Kaltes Otzenrath und heißer Widerstand in Film und Realität (Alexis Passadakis, attac)
In dem 3-D-Movie Avatar heizen die Na’vi auf dem Mond Pandora dem Konzern und seinen Söldnern, die auf der Suche nach Energierohstoffen sind, ordentlich ein. Otzenrath ist (leider) nicht Hollywood. Der Film “Otzenrath – 3 Grad kälter” zeigt hautnah und eindrucksvoll die “Umsiedlung” genannten Dorfzerstörungen im Braunkohlentagebaugebiet Garzweiler und die Folgen für die dort Lebenden; eine fesselnde Studie über die Macht der Energiekonzerne. Massiver Protest schlug Energiekonzernen allerdings in den vergangenen Jahren in vielen Ländern des Südens u.a. in Peru, Bolivien und Kolumbien entgegen. Insbesondere indigene Gruppen verteidigen sich dort gegen Vertreibungen durch Öl- und Kohleindustrie. Ca. 7 Prozent der in der Bundesrepublik verbrannten Steinkohle kommt im übrigen aus Kolumbien. Unter welchen Bedingungen findet der Protest dort statt? Wie können entwicklungspolitische Handlungsoptionen und internationale Solidarität im Nord-Süd-Kontext aussehen? Es werden Ausschnitte aus dem Film “Otzenrath – 3 Grad kälter” gezeigt.
Es war einmal… ein Gletscher – Herausforderungen und Chancen des Klimawandels am Beispiel Bolivien (Katja Busch, Bildung trifft Entwicklung)
(2 von 2 Blöcken)
ActionSamba – Pink Recycling! (Martin Weller)
(4 von 4 Blöcken)
Die Seilklettertechnik (Andreas Piepenburg, Ausbilder Seilklettertechnik)
(4 von 4 Blöcken)
Samstag, 28.8.
“Straßenfest trotz(t) Kohlenpest!”
Wir bringen Leben nach Borschemich und laden alle Interessierten ein, mit uns zu feiern! Mit einem bunten Strauß von Informations- und Aktionsständen, Kunst & Kreativität sowie einer großen gemeinsamen Abschlussaktion tragen wir unsere Meinung nach außen.
ab 20.30 Uhr: Abschlussparty!
Krikela
Krikela – ein paar Stichworte: Antifolk und Hamburger Schule treffen Funny van Dannen und Team Dresch und erzählen sich was. Schonungslos ehrliche Texte, gepaart mit unverschnörkelter Gitarren- und Ukulelenmusik und kantigem Gesang. Traurigkeit mit hoffnungsgebender Selbstironie, komischer Humor, punkige Wut, verpackt in viel zu viele Silben pro Takt. Traurig, albern, witzig, kritisch, queer, echt. You say: liedermaching, we say: DIE!!!….
Degree of Freedom
Von der Swing-bis zur Rockparty in akustischem Gewand, Songs zum Mitsingen, Tanzen und Träumen!

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